Produktbilder für Shopify und Webshops
Shopify-Produktbilder: Ohne Amazons Regeln zählt, was verkauft.
Im eigenen Shop prüft niemand deinen Hintergrund. Shopify setzt nur technische Grenzen, alles andere entscheidest du. Hier steht, was aus der Amazon-Praxis weiterhin gilt, was im Shop anders läuft und wo Google Shopping doch wieder Regeln setzt.
Shopify schreibt für Produktbilder nur Technik vor: Dateityp, höchstens 5000 × 5000 Pixel oder 25 Megapixel, unter 20 MB. Weißer Hintergrund, Textverbot auf dem ersten Bild, Produktanteil: Das sind Amazon-Regeln, im eigenen Shop gelten sie nicht. Was gute Produktbilder ausmacht, kommt aber nicht von Amazon, sondern vom Käufer. Und das bleibt.
01 / Gilt überall
Was aus der Amazon-Praxis weiterhin gilt
Die wichtigsten Regeln für Produktbilder stehen in keinem Leitfaden. Sie folgen daraus, wie Menschen kaufen: am Handy, in Sekunden, ohne das Produkt anfassen zu können. Das ist im eigenen Shop nicht anders als auf Amazon.
Die Anwendung zeigen
Im Shop kann niemand das Produkt in die Hand nehmen. Ein Anwendungsbild beantwortet, was ein Freisteller offenlässt: wie groß es wirklich ist, wie es sitzt, was damit möglich wird.
So setzt du es um: Zeig den Moment der Nutzung, nicht die Situation drumherum: die Hände, die zugreifen, das Ergebnis, das entsteht. Das Produkt groß im Vordergrund, die Person handelt, statt nur danebenzustehen. Anwendungsbilder, die einen Kaufgrund zeigen.
Grafikdesign im Look deiner Marke
Im eigenen Shop ist jedes Bild Teil deiner Marke. Schriften, Farben und Icons, die von Bild zu Bild wechseln, wirken zusammengewürfelt, auch wenn jedes Bild für sich gut aussieht.
So setzt du es um: Ein Schriftpaar, eine Icon-Familie, feste Farben für Flächen und Text. Markenfarben gehören auf Hintergründe, Bänder und Schrift, nie aufs Produkt: Ein roter Sneaker bleibt rot, auch wenn deine Marke Türkis ist.
Eine Aussage pro Bild
Jedes Galeriebild beantwortet eine Käuferfrage: Was bekomme ich, was kann ich damit, welcher Zweifel löst sich? Vier Botschaften in einem Bild sagen keine davon.
So setzt du es um: Prüfe jedes Bild als kleine Kachel auf dem Handy. Was dort in einer halben Sekunde nicht ankommt, wirkt auch groß nicht. Die Aussage steht groß im Bild, nicht klein in einem Kasten am Rand.
Text, der am Handy lesbar bleibt
Auf dem Handy ist ein Produktbild höchstens so breit wie der Bildschirm. Text, der am Rechner passt, wird dort schnell unlesbar.
So setzt du es um: Unsere Faustregel: Überschriften mindestens etwa 8 % der Bildbreite hoch, Unterzeilen etwa 4 %. Was so nicht passt, wird gestrichen, nicht verkleinert.
Die Galerie als Serie
Käufer sehen deine Bilder nebeneinander, als Leiste unter dem großen Bild oder im Slider. Ein Bild in fremder Farbwelt fällt heraus, zwei fast gleiche Bilder verschenken einen Platz.
So setzt du es um: Leg einmal fest, ob die Grafikflächen hell oder dunkel sind, und bleib dabei. Wechsle Szene und ruhiges Bild ab: Zwei Anwendungsszenen direkt hintereinander werden zur Wand. Welche Aufgabe welches Bild im Set übernimmt.
Wahr statt geschönt
Ein Bild, das eine andere Farbe oder mehr Zubehör zeigt, als im Paket liegt, kommt im eigenen Shop als Retoure und schlechte Bewertung zurück. Dazwischen steht keine Plattform.
So setzt du es um: Farbe, Größe und Lieferumfang wie in echt. Jedes Element im Bild braucht einen echten Grund: keine Waage für „leicht“, keine Requisite, die wie Zubehör wirkt. Styling wie eine Materialfläche oder ein Schattenwurf ist erlaubt. Produktbilder mit KI erstellen und am Original prüfen.
02 / Shop statt Marktplatz
Was im eigenen Shop anders ist
Auf Amazon steht dein Hauptbild in einem fremden Suchraster. Im eigenen Shop baust du das Raster selbst, mit deinem Theme, deinen Schriften und deinen Farben. Das verändert die Aufgabe der ersten beiden Bilder.
Auf kleinen Bildschirmen kannst du die Tabelle seitlich wischen.
| Frage | Auf Amazon | Im eigenen Shop |
|---|---|---|
| Wer prüft deine Bilder? | Amazon, beim Hochladen | Niemand; erst Google Shopping prüft wieder, und zwar das Hauptbild |
| Hintergrund des ersten Bildes | Reinweiß | Frei, aber einheitlich innerhalb einer Kollektion |
| Text auf dem ersten Bild | Nicht erlaubt | Erlaubt; für Google Shopping keine Werbetexte |
| Das zweite Bild | Erst auf der Produktseite sichtbar | Bei vielen Themes schon in der Kollektion, beim Überfahren mit der Maus |
| Was das Bild umgibt | Amazons Seitenlayout | Dein Theme mit deinen Schriften und Farben |
Das erste Bild baut dein Kollektionsraster
Shopify zeigt Produkte in Kollektionen nebeneinander. Haben die ersten Bilder unterschiedliche Seitenverhältnisse, stehen die Produkte unterschiedlich groß da. Shopify rät deshalb zu einem einheitlichen Seitenverhältnis für alle Hauptbilder.
Wir gehen einen Schritt weiter: gleicher Hintergrund, gleiches Licht, gleicher Kamerawinkel und eine ähnliche Produktgröße im Bild. Dann wirkt die Kollektion wie ein Katalog aus einem Guss.
Quelle: Shopify Help Center, „Produktmedientypen“, Hinweis zu Kollektionsseiten.
Das zweite Bild zeigt sich oft schon in der Kollektion
Viele Themes zeigen das zweite Produktbild, sobald man mit der Maus über eine Kachel fährt. In Shopifys kostenlosem Theme Dawn heißt die Einstellung „Hover-Effekt mit zweitem Bild“.
Setz dort ein Anwendungsbild hin. Das erste Bild zeigt, was das Produkt ist, das zweite, wie es im Alltag aussieht. Eine Infografik an zweiter Stelle ist in der kleinen Kachel kaum lesbar.
Quelle: Shopify Dawn, Einstellungen des Kollektionsrasters.
Dein Theme schneidet zu
Themes passen Bilder an ihr Layout an. In Dawn wählst du für das Kollektionsraster das Bildverhältnis „An Bild anpassen“, „Porträt“ oder „Quadrat“. Mit einem Fokuspunkt legst du fest, welcher Bildbereich beim Zuschneiden immer sichtbar bleibt, sofern dein Theme das unterstützt.
Halte Text und wichtige Produktteile mit Abstand zum Rand und prüfe neue Bilder im Theme-Editor in der Handy- und der Desktop-Ansicht.
Quelle: Shopify Help Center, „Bilder hochladen“, Abschnitt zu Fokuspunkten.
Text in Bannern gehört ins Theme, Text in Produktbildern ins Bild
Für Banner und Slideshows bringen Shopify-Themes eigene Felder für Überschrift, Text und Button mit. Text dort statt im Bild bleibt auf jedem Bildschirm lesbar, lässt sich ändern, ohne das Bild neu zu machen, und Suchmaschinen können ihn lesen.
Bei Galeriebildern ist es umgekehrt: Sie werden ohne Begleittext angesehen, im Zoom, im Slider, beim Weiterwischen. Ihre Aussage gehört deshalb ins Bild.
03 / Technik
Was Shopify technisch vorgibt
Das sind die Grenzen und Empfehlungen aus Shopifys Hilfe. Sie gelten für alle Themes; wie ein Bild am Ende aussieht, entscheidet dein Theme.
| Thema | Shopify |
|---|---|
| Dateitypen | PNG, danach JPEG; außerdem TIFF, BMP, GIF, SVG, HEIC und WebP |
| Größe | Bis 5000 × 5000 Pixel oder 25 Megapixel, Datei unter 20 MB |
| Empfehlung | 2048 × 2048 Pixel für quadratische Produktbilder |
| Komprimieren | Nicht nötig; Shopify liefert jedem Browser das beste Format, das er unterstützt |
| Farbprofil | Wird bei der Anzeige entfernt; der Browser nimmt dann sRGB an |
| Alt-Text | Bis 512 Zeichen, empfohlen 125 oder weniger |
| Video | Bis 10 Minuten, 1 GB und 4K; MP4, MOV oder WebM; das Theme muss Videos unterstützen |
| 3D-Modell | GLB oder USDZ, bis 500 MB |
Beim Dateityp widersprechen sich Shopifys Hilfeseiten: Die Seite zu Produktmedien nennt PNG als besten Typ, die Seite zu Theme-Bildern empfiehlt JPEG für Produktfotos. Für dich heißt das: Nimm die beste Datei, die du hast. Komprimiert wird später ohnehin.
Quelle: Shopify Help Center, „Produktmedientypen“.
Quelle: Shopify Help Center, „Bilder hochladen“: Bildformate, Komprimierung, Farbprofile.
Quelle: Shopify Help Center, „Alt-Text zu Medien hinzufügen“.
Was wir daraus machen
- Exportiere in sRGB. Ein Bild in Adobe RGB oder Display P3 verliert im Shop sein Profil, und die Farben verschieben sich.
- Lade die beste Qualität hoch, statt selbst zu komprimieren. Bilder aus SellerVisuals kommen in bis zu 4096 × 4096 Pixeln und liegen damit innerhalb von Shopifys Grenzen.
- Schreib den Alt-Text als Bildbeschreibung mit Produktname und Variante, zum Beispiel „Bambus-Tablett mit Seife und Zahnbürste auf hellem Waschtisch“, nicht „Bambus Tablett Bad kaufen günstig“. Er hilft Menschen mit Screenreader und Suchmaschinen.
04 / Google Shopping
Google Shopping: Hier gelten wieder Regeln
Zeigst du deine Produkte bei Google, etwa über die App „Google & YouTube“ für Shopify, prüft Google das Hauptbild. Es kommt aus dem Feld image_link und erscheint in Anzeigen und Produkteinträgen. Dafür gilt laut Google:
- Ab dem 31. Januar 2027 mindestens 500 × 500 Pixel für alle Produkte. Google empfiehlt 1.500 × 1.500 Pixel oder mehr, höchstens 64 Megapixel.
- Das ganze Produkt, kein Platzhalter, kein Rahmen.
- Keine Werbeelemente: keine Aufforderungen wie „Kaufen“, keine Preise, kein kostenloser Versand, keine Garantiehinweise, keine werblichen Wörter wie „optimal“ oder „günstig“, keine Zustandsangaben wie „neu“.
- Keine Wasserzeichen, keine Barcodes und keine Marken- oder Händlerlogos, außer sie sind Teil des Produkts.
- Empfohlen: Das Produkt füllt 75 bis 90 % des Bildes.
- Mit KI erstellte Bilder behalten ihre Metadaten, etwa die IPTC-Angabe DigitalSourceType mit dem Wert TrainedAlgorithmicMedia.
Quelle: Google Merchant Center-Hilfe, „Bildlink [image_link]“.
Was das für dein erstes Shop-Bild heißt
Plane das erste Bild so, dass es auch bei Google besteht: das ganze Produkt, ohne Text und ohne Logo-Einblendung. Google empfiehlt einen einheitlich weißen oder transparenten Hintergrund, lässt gestellte oder Lifestyle-Bilder aber zu, wenn das Produkt deutlich zu sehen ist. Für helle Produkte rät Google von transparenten Hintergründen ab.
Weitere Ansichten haben bei Google ein eigenes Feld (additional_image_link), Anwendungsbilder ebenfalls (lifestyle_image_link). Welches Shop-Bild als Hauptbild bei Google ankommt, hängt von deiner Anbindung ab. Prüfe es im Merchant Center, bevor du eine Kampagne startest. Bearbeitest du ein KI-Bild nach, achte darauf, dass dein Programm die Metadaten erhält.
05 / Recht
Im eigenen Shop prüft niemand. Verantwortlich bist du trotzdem.
Ohne Amazons Prüfung fällt eine Kontrolle weg, nicht die Haftung. Das Wettbewerbsrecht gilt im eigenen Shop genauso. Diese Punkte betreffen Produktbilder besonders oft:
- Rechte und Anforderungen, die per Gesetz für alle Produkte der Kategorie gelten, dürfen nicht als Besonderheit deines Angebots erscheinen. Ein gesetzliches Rückgaberecht ist kein Verkaufsargument.
- Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzung sind gesundheitsbezogene Angaben nur erlaubt, wenn sie zugelassen sind.
- Preise, Rabatte und Fristen gehören in den Shop-Text, nicht ins Bild. Im Bild veralten sie mit der nächsten Aktion, und Google lehnt Hauptbilder mit Preisangaben ab.
Quelle: UWG, Anhang zu § 3 Absatz 3, Nummern 10 und 10a.
Quelle: Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 (Health-Claims-Verordnung).
Ob ein KI-Produktbild einen sichtbaren Hinweis braucht, hängt vom Motiv ab: ein neuer Hintergrund ist etwas anderes als ein künstliches Model. KI-Produktbilder kennzeichnen: was vor dem Upload zu tun ist →
Häufige Fragen
Welche Bildgröße ist für Shopify am besten?
Shopify nennt 2048 × 2048 Pixel als Größe, die bei quadratischen Produktbildern meist am besten aussieht. Hochladen kannst du bis 5000 × 5000 Pixel oder 25 Megapixel bei unter 20 MB. Selbst komprimieren musst du nicht.
Brauchen Shopify-Produktbilder einen weißen Hintergrund?
Nein, Shopify schreibt keinen Hintergrund vor. Wichtig ist, dass die ersten Bilder einer Kollektion zusammenpassen. Bewirbst du Produkte über Google Shopping, empfiehlt Google für das Hauptbild einen einheitlich weißen oder transparenten Hintergrund; gestellte oder Lifestyle-Bilder sind zulässig, wenn das Produkt deutlich zu sehen ist.
Welches Seitenverhältnis sollte ich nehmen?
Eines für alle ersten Bilder, sonst stehen die Produkte im Kollektionsraster unterschiedlich groß da. Quadratisch ist der sichere Standard, Hochformat passt zu Mode und hohen Produkten. Dein Theme entscheidet, wie die Kacheln zugeschnitten werden; in Dawn stellst du das im Kollektionsraster ein.
Kann ich meine Amazon-Bilder im eigenen Shop verwenden?
Ja. Ein reinweißes Hauptbild passt auch ins Kollektionsraster, wenn alle Produkte so gezeigt werden. Nimm aus der Galerie Hinweise heraus, die nur auf Amazon Sinn ergeben, und prüfe, wie dein Theme die Bilder zuschneidet. A+-Module eignen sich als Bildbänder in der Produktbeschreibung.
Wie schreibe ich einen guten Alt-Text?
Beschreib kurz, was zu sehen ist, mit Produktname und Variante. Shopify erlaubt 512 Zeichen und empfiehlt 125 oder weniger. Keine Keyword-Listen: Der Text wird Menschen mit Screenreader vorgelesen.
Gelten Amazons Bildregeln auch für meinen Shop?
Nein. Weißer Hintergrund, Textverbot und Produktanteil sind Amazon-Regeln für das Hauptbild. Für Google Shopping gelten eigene Regeln, die sich teilweise überschneiden.
Vor dem Veröffentlichen
- Alle ersten Bilder einer Kollektion haben dasselbe Seitenverhältnis, denselben Hintergrund und dasselbe Licht.
- Das zweite Bild zeigt die Anwendung.
- Jedes Galeriebild beantwortet eine Käuferfrage und ist als Kachel auf dem Handy lesbar.
- Schriften, Farben und Icons sind die deiner Marke; das Produkt behält seine echten Farben.
- Export in sRGB, beste verfügbare Qualität, höchstens 5000 × 5000 Pixel.
- Jedes Bild hat einen kurzen, beschreibenden Alt-Text.
- Für Google Shopping: Hauptbild ohne Preis, Werbetext und Logo-Einblendung; KI-Metadaten sind erhalten.
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